FASSLER: KOMPLEXITÄT. EMERGENZ. LEBEN (Teil 2 und 3)

Manfred Faßler, Komplexität. Emergenz. Leben (Teil 2 und 3)

(Für den vorausgehenden Teil 1 siehe HIER)

Allem Anschein nach sind wir schmalnasige Altweltprimaten, auf brillante Weise aufstrebende Tiere, genetisch durch unsere einzigartige Entstehungsgeschichte definiert, mit einem neuentdeckten biologischen Genius gesegnet und ohne Feinde auf der Heimstatt Erde, sofern wir uns keine suchen. Was bedeutet das alles? Das ist alles, was es bedeutet.“

E.O. Wilson, 1998: Die Einheit des Wissens,

München, 398

C

1 Großzügige Biologie?

Bislang sind in keinem Wissenschafts- und Technologiefeld folgende Fragen beantwortet:

– Wie – und unter welchen Bedingungen – wurden Intelligenz und Kultur möglich?

– Welche Wechselwirkungen zwischen Wahrnehmung, Unterscheidung, Denken und Entwerfen geben dem Menschen den biologischen Handlungsraum, sich mit Systemen des Nicht-Biologischen (Maschinen, Städten, Straßen, Flugzeugen, Computern) zu verbinden?

– Mehr noch: Wie ist erklärbar, dass Biologie in die Systeme des Nicht-Biologischen ´investiert´, ihre ´Fitness´ in den smarten, künstlichen, virtuellen Welten zu verbessern sucht?

Edward O. Wilson nahm vor zwei Jahrzehnten ähnliche Fragen zum Anlass, sich den biologischen Bedingungen zu widmen. Er schrieb in „Die Einheit des Wissens“ (1998):

Gene legen keine Konventionen wie etwa Totemismus, die Bildung eines Ältestenrates oder religiöse Zeremonien fest. … Richtig aber ist, dass diverse Gruppen von genetisch bedingten epigenetischen Regeln den Menschen dazu prädisponieren, solche Konventionen zu erfinden und zu übernehmen.“ (224)

Diese „epigenetischen Regeln“ (nach-genetisch, also nicht festgelegt, sondern abhängig von anderen biologischen und nicht-biologischen Lebensmöglichkeiten) beeinflussen die Fähigkeiten des Menschen, aus Umwelt seine Mitwelt, seine Nischen zu machen. Warum evolutionär diese enormen Wahrnehmungs- und Handlungsfähigkeiten des Menschen entstanden sind, ist damit noch nicht umfassend erklärt.

Für Mehr siehe das folgende PDF-Dokument:

ELAII-MaFa-2Febr2016-Teil2+3

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